Keine Models auf dem Laufsteg, sondern eine Ansage: Für die Kunstmesse Art Basel Paris lässt Miu Miu die französische Filmregisseurin Alice Diop eine komplette Ausstellung gestalten. Deren Ziel ist es zu zeigen, wie das Bild der schwarzen Frau jahrhundertelang falsch dargestellt wurde – und wie die Kunst das wieder reparieren kann.
Anstatt einer Fashion Show überlässt Miuccia Prada die riesige Halle des Palais d’Léna in Paris der preisgekrönten Filmemacherin Alice Diop. Unter dem Titel „Geste de Consolation” hat Diop keinen neuen Film gedreht, sondern das Gebäude vom 21. bis zum 25. Oktober in ein begehbares Erlebnis aus vier Räumen verwandelt. Wer durchläuft, taucht in die Gedankenwelt schwarzer Künstlerinnen ein. Schmerz und Leid werden spürbar und stoßen zum Nachdenken an.

Zeit für Kunst
Die Ausstellung gleicht einer Reise durch mehrere Etappen: Sie beginnt mit historischen Archivaufnahmen und Fotografien. Im Anschluss öffnet sich das Chambre à soi – ein großzügig gestalteter Wohnraum mit einer einladenden Bibliothek, deren Literatur Alice Diop langfristig inspiriert hat. Auf einer zentralen Bühne tragen PerformerInnen Werke prägender Persönlichkeiten wie Audre Lorde und Zadie Smith vor. Unterstrichen wird das Geschehen von ausdrucksstarkem Hip-Hop-Tanz sowie mitreißender Jazz-Musik. Den Schlusspunkt bildet eine riesige, beinahe fünf Meter hohe Bronzeskulptur der Wächterin Mami Wata von Simone Leigh. Die weibliche Skulptur wird von einer Schlange umschlungen und steht für den westafrikanischen Wassergeist. So entsteht ein Kunsterlebnis, das tief berührt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
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Foto: ©Alex Marks





