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Home Culture

Cindy Crawford und Omega: Partners in Time

by Michael Rechsteiner
12. Oktober 2026
in Culture, Fashion
Cindy Crawford und Omega: Partners in Time

Von einer Uhr lässt sich nicht nur die Zeit ablesen, sondern auch guter Stil. Ein kleiner Apparat am Handgelenk kann eine große modische Strahlkraft entwickeln. Diese Wirkung erreichte 1995 eine neue Dimension, als Cindy Crawford und die Bieler Manufaktur Omega eine Partnerschaft beschlossen, die bis heute andauert. Bei ihrem Besuch im Hauptquartier von Omega blickte das Supermodel zurück auf ihre 30-jährige Geschichte mit der Marke und verriet uns unter anderem, was Uhren und Lippenstift gemeinsam haben.

Manchmal verrät ein Blick auf die Uhr: Ich möchte lieber woanders sein. Kaum war die Armbanduhr für Frauen lanciert, galt es auch schon als gesellschaftlicher Fauxpas, die Zeit von ihr abzulesen. Wer es trotzdem tat, so flüsterte man während der 1940er und teilweise bis in die 1960er Jahre, langweile sich offenbar während den Cocktail-Soirées zwischen Aspik-Eiern und den Martini-Monologen Zigarren schmauchender Männer. Solche Herren trugen ihre Zeitmesser stolz am Handgelenk als Symbol technischer Kompetenz. Die Zifferblätter für Damen wurden hingegen unter Schmuck begraben: Sogenannte Secret Watches schienen auf den ersten und zweiten Blick wie ein mit Klunkern überladenes Bracelet. Erst durch das Aufstoßen einer Klappe – selbstverständlich so diskret wie möglich – wurde das Ablesen der Zeit möglich. Heute finden sich diese Modelle in Sammlungen wie dem Omega Museum von Biel. Denn in den folgenden Jahrzehnten zeigten auch Frauen vermehrt Zeiger und drückten dadurch auf dezente Weise aus: Auch ich habe später noch wichtige Termine. Und einer dieser Termine veränderte Mitte der Neunzigerjahre den Blick auf die Uhrenwelt nachhaltig.

CHOICES

Im 20. Jahrhundert stießen Uhren von Omega dorthin vor, wo noch nie ein Mensch gewesen war. 1969 flog die „Speedmaster Professional“ mit der Apollo-11 Crew auf den Mond. Dreizehn Jahre später tauchte Jacques Mayol ohne Atemgerät, aber mit einer „Seamaster 120 Big Blue“, 101 Meter tief in den Ozean. Am Arm von Draufgängern wie Mayol und Astronaut Buzz Aldrin wurden die Modelle der 1848 gegründeten Firma für ihre Widerstandsfähigkeit, technische Raffinesse und schier unerschütterliche Genauigkeit bewundert. Doch es benötigte a woman’s touch, die aus Omega nicht nur eine Uhr für en voyage, sondern eine Uhr en vogue machte. 1995 ernannte die Marke Cindy Crawford zu ihrer ersten globalen Markenbotschafterin. Die dazu lancierte Kampagne „My Choice“ stellte zum ersten Mal ein weibliches Publikum ins Zentrum für den internationalen Auftritt eines Uhrenbrands. Nicht länger ging es darum, den Zeitmesser am Handgelenk einer Frau mit glitzernder Camouflage zu kaschieren. Sondern ihn als Teil der eigenen Persönlichkeit zu verstehen und zu inszenieren. Manchmal muss eine Uhrenmarke die Zeit nicht nur messen, sondern ihren perfekten Punkt treffen. Mit der Wahl von Cindy Crawford im Jahr 1995 war dies gelungen. Als die Kollaboration begann, war die Amerikanerin eines der gefragtesten Supermodels der Welt. Ein Höhe-, aber auch Wendepunkt in ihrer Karriere: „Es war die Zeit, in der ich anfing, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ich hatte bei MTV mitgewirkt, für den Playboy posiert, hatte Dinge getan, die nicht unbedingt das Rezept für eine erfolgreiche Modelkarriere waren. Ich begann, mehr Risiken einzugehen und mehr Kontrolle über meine eigene Karriere und meine eigenen Entscheidungen zu übernehmen“, erinnert sich Cindy Crawford beim Rundgang durch den Hauptsitz von Omega. Eine dieser Entscheidungen war auch, dass dieses Engagement nicht bloß ein weiterer flüchtiger Model-Job war, sondern eine auf Jahre ausgelegte Zusammenarbeit. Doch was ist das Geheimnis einer so langen Partnerschaft? „Was Omega an mir besonders schätzt, ist, dass ich sehr pünktlich bin“, lacht Crawford. Aber auch gemeinsame Werte wie die Pflege von Historie, Tradition und klassischer Zeitlosigkeit habe die Verbindung über all die Jahre aufrechterhalten.

CHALLENGES

Durch ihr Engagement wurden die Uhren der Marke nicht mehr nur als ein technisches, sondern auch modisches Accessoire wahrgenommen, so Crawford. Ihre Perspektive aus der Fashionbranche brachte sie aktiv mit ein: „Ich wurde vom Designteam gefragt: Was würdest du dir von einer Uhr wünschen?“ In den folgenden Jahren wurden Modelle wie die „Constellation“ kleiner, eleganter, noch angenehmer zu tragen. Was empfiehlt Cindy Crawford heute bei der persönlichen Auswahl einer Uhr? „Eine Uhr ist wie ein Lippenstift. Sie ist das i-Tüpfelchen, das den Look abrundet.“ Das Wichtigste dabei: „Es geht darum, wie ich mich beim Tragen fühlen möchte. Dann strahle ich das auch automatisch aus. Also überlege ich mir: Wie fühle ich mich mit dieser Uhr? Fühle ich mich damit elegant? Fühle ich mich damit cool? Menschen reagieren sehr empfindlich auf Energie, daher ist meiner Meinung nach das, was du ausstrahlst, das Wichtigste. Selbst wenn du ein sehr ausgefallenes oder seltsames Outfit trägst, aber es mit Selbstbewusstsein tust, denken die Leute: ‚Wow, das ist cool, vielleicht sollte ich das auch mal tragen.‘ Wenn du es aber trägst, ohne es wirklich zu leben, merken die Leute das.“ 

„Selbst bei der schönsten Person – wenn sie unsicher ist, fällt einem das mehr auf als das Aussehen ihres Gesichts oder ihres Körpers.“

Ein Weltstar an der Werkbank: Cindy Crawford zu Besuch in der Omega-Manufaktur.

Die Qualität einer Uhr erkennt man nicht, wenn man bloß auf ihre Oberfläche blickt. Wie es in ihrem Innern tickt, macht den eigentlichen Unterschied aus. Das hat Cindy Crawford über die Jahre hinweg auch über das Empfinden wahrer Schönheit gelernt: „Wenn man über eine Blume oder einen Sonnenuntergang spricht, streitet niemand darüber, ob sie schön sind oder nicht. Bei Menschen ist das etwas kniffliger. Denn wenn man sagt, dass das hier schön ist, bedeutet das vielleicht, dass das dort nicht schön ist. Ich habe festgestellt, dass das, was ich an jedem Menschen am schönsten finde, Authentizität und Selbstbewusstsein sind. Selbst bei der schönsten Person – wenn sie unsicher ist, fällt einem das mehr auf als das Aussehen ihres Gesichts oder ihres Körpers.“

CHANGES

Wie ein hektischer Catwalk bleibt die Zeit niemals stehen. Und wie ein perfekt organisierter Quick Change im Backstage bringt sie ständigen Wandel. Wie sehr hatsich die Modewelt in den vergangenen Jahren verändert? „Durch meine Tochter [Kaia Gerber, Anm. d. Red.] erlebe ich unmittelbar, wie sich die Branche verändert hat – und auch, was gleich geblieben ist. Sogar einige der FotografInnen, mit denen Kaia zusammenarbeitet und mit denen ich früher ebenfalls geshootet habe. Vieles hat sich nicht verändert. Der größte Unterschied heute ist, dass wir damals keine sozialen Medien hatten. Das ist sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Das Tolle an den sozialen Medien ist, dass jeder die Möglichkeit hat, den Leuten zu erzählen: ‚Wer bin ich?‘ Man kann seine eigene Stimme haben. Der Nachteil der sozialen Medien ist, dass es an einer gewissen Aura des Geheimnisvollen mangelt. Ich bin dankbar, dass mein ganzes Leben nicht in den sozialen Medien zu sehen war, als ich 18 oder 20 war. Denn was man mit 18 vielleicht cool fand, lässt einen mit 30, wenn man darauf zurückblickt, denken: ‚Oh mein Gott, warum habe ich das gepostet?‘“ Keine sozialen Medien lassen so manche Jugendsünde unter dem Teppich bleiben. Zu viele soziale Medien können dagegen den Boden unter den Füssen wegziehen: „Viele junge Menschen stehen unter enormem Druck, um Likes oder Klicks zu generieren. Und sie beurteilen sich selbst anhand dieser Kennzahlen.“ Und auch wenn sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt, so lassen sich ihre Veränderungen doch oft mit Humor nehmen: „Jeder junge Mensch ist heutzutage ein Model, zumindest in seinem eigenen Leben, denn sie alle kennen ihre besten Seiten; vor der Kamera zeigen sie eine bestimmte Persönlichkeit. Ich erinnere mich, als meine eigenen Kinder mit dem Modeln anfingen. Die Leute sagten: ‚Du willst, dass deine Kinder modeln!?‘ Und ich meinte: ‚Nun, erstens ist es mir egal, ob sie modeln oder nicht. Für mich war es eine großartige Erfahrung. Ich bin um die Welt gereist und habe so viele kreative und talentierte Menschen kennengelernt.‘ Und dann sagte ich: ‚Meine Kinder modeln doch jetzt schon. Meine Tochter hängt ständig an ihrem Handy.‘“

CHANCES

Wenn das kleine Uhrwerk am Handgelenk gute Arbeit leistet, schreiten in ihm die Sekunden, Stunden und Jahre unverändert voran. Doch seine TrägerInnen nehmen Zeit anders wahr, je weiter sie voranschreitet. Auch Cindy Crawford ist heute in einer Lebensphase angekommen, in der sie einiges anders angeht als früher: „Eines der schönen Dinge, die das Älterwerden mit sich bringt, ist, dass man seine Zeit noch mehr schätzt. Deshalb gehe ich sehr bewusst damit um, mit wem ich meine Zeit verbringe, und pflege meine Beziehungen. Wenn man jung ist, denkt man: ‚Ach, nächstes Jahr, nächste Woche, nächster Monat.‘ Wenn man älter wird, nimmt man diese Zeit nicht mehr als selbstverständlich hin. Wenn ich denke ‚Oh, ich sollte jemanden anrufen‘, dann tue ich es und schiebe es nicht auf. Wenn ich denke ‚Oh, ich möchte diese Person zum Abendessen treffen‘, dann versuche ich, das zu organisieren.“ 

„Jeder junge Mensch ist heutzutage ein Model, denn sie alle kennen ihre besten Seiten.“

Es gab eine Zeit, da war es für die Frau nur dann akzeptabel, eine Uhr zu tragen, wenn ihr wahres Wesen unter Glitzer und Glanz verborgen war. Die einzige Erwartung, die man der Secret Watch – und damit auch ihrer Trägerin – auftrug, war: zu gefallen. Diese Vorstellung ist reif fürs Museum – und muss trotzdem bis heute ständig aufs Neue widerlegt werden. Besonders für Frauen gilt es noch immer, ab einem gewissen Alter aus dem Rampenlicht zu treten. „Unsere Kultur ist so sehr auf Jugend fixiert und der Druck ist groß. Ich bin damit aufgewachsen und wurde mein ganzes Erwachsenenleben lang fotografiert“, erzählt Cindy. Doch das ist kein Grund, sich hinter hohen Toren zu verstecken: „Manchmal verspüre ich die Versuchung zu sagen: ‚Weißt du was, vielleicht sollte ich mich einfach zurückziehen. Es war toll, solange es gedauert hat.‘ Aber dann denke ich: Was sage ich damit anderen Frauen in meinem Alter? Dass wir mit 60 verschwinden müssen? Ich möchte nicht Teil dieser Botschaft sein.“

CONSTELLATION OBSERVATORY COLLECTION

1995 krönte Cindy Crawford die Omega „Constellation“ zu „My Choice“. Drei Jahrzehnte später überzeugt die Wahl noch immer. Das neue Modell „Constellation Observatory“ ist die erste Zweizeiger-Uhr, deren Präzision vom Laboratoire de Précision mit einem neuartigen akustischen System überprüft wurde. Während 25 Tagen wird die Genauigkeit des Werks unter verschiedenen Bedingungen getestet, bevor das Zertifikat „Master Chronometer“ vom Schweizer METAS Cert Institut erfolgt. Die Kollektion besteht aus neun Modellen, unter anderem erhältlich in Moonshine-Gold und O Megasteel.. omega.com

Was sich sonst so tut in der Welt der Uhren? Wir sind immer up to date.

Die Constellation Observatory Collection findest du hier.

Fotos: © Omega

Tags: Cindy CrawfordOmega
Michael Rechsteiner

Michael Rechsteiner

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