Wien stand am 12. November ganz im Zeichen der Mode: Bei den Austrian Fashion Awards 2025 wurden Laura Andraschko und Petra Zimmermann ausgezeichnet. Die Show war ein klares Statement für die kreative Stärke Österreichs – mutig, vielstimmig und international.
Die Austrian Fashion Awards werden jährlich an wechselnden Orten in Wien vergeben. Im Fokus stehen dabei nicht nur die PreisträgerInnen, sondern auch die DesignerInnen, die im Vorjahr eine Förderung der Austrian Fashion Association erhielten. Für die Inszenierung des Abends werden jedes Jahr neue Kreativteams eingeladen – mit dem Ziel, frische Perspektiven auf das zeitgenössische Modeschaffen zu eröffnen.

Unter der Leitung von Camille Boyer hat sich die Austrian Fashion Association seit ihrer Gründung 2014 zur zentralen Plattform für zeitgenössisches Modedesign in Österreich entwickelt. Boyer gilt als treibende Kraft hinter der Professionalisierung und Internationalisierung der heimischen Szene und als Stimme jener DesignerInnen, die mit Haltung und gesellschaftlichem Bewusstsein arbeiten.

Inzwischen gelten die Austrian Fashion Awards als wichtigste Bühne für aufstrebende Modetalente des Landes. Namen wie Arthur Arbesser, Christoph Rumpf, Florentina Leitner, Martin Niklas Wieser – zuletzt zum Gucci Menswear Design Director ernannt – oder Jana Wieland zeigen, wie relevant diese Förderung auch international geworden ist.
Die Gewinnerinnen 2025
Laura Andraschko, ausgezeichnet mit dem Modepreis der Stadt Wien, wurde in London ausgebildet und steht für eine Ästhetik zwischen Glamour und Verfall, Kontrolle und Chaos. Ihre Kollektionen, inspiriert von Post-Y2K-Indie-Sleaze und subversivem Luxus, erzählen Geschichten über mentale Gesundheit, gesellschaftliche Rollen und das Spannungsfeld zwischen Selbstzerstörung und Freiheit – Mode als radikal persönliches Storytelling. Mit Shows in Paris, etwa ihrer Monte Carlo-Kollektion, hat sich Andraschko als eigenständige Stimme einer neuen Generation positioniert, die Haltung über Hype stellt.




Petra Zimmermann erhielt den Outstanding Artist Award für experimentelles Modedesign des Bundesministeriums BMWKMS. Sie zählt zu den wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Autorenschmucks. Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet die gebürtige Grazerin an der Schnittstelle von Kunst, Design und Mode – und transformiert historische Schmuckfragmente in radikal zeitgenössische Objekte. Ihre Arbeiten sind in Museen wie der Pinakothek der Moderne München, dem Dallas Museum of Art oder dem Cooper Hewitt Design Museum in New York vertreten. Zimmermanns Schmuck ist kein Accessoire, sondern ein Statement über Zeit, Identität und Wandel.


Das Förderjahr 2024/25 der Austrian Fashion Association zeigt, wie facettenreich die neue Generation österreichischer DesignerInnen denkt und arbeitet. Alessandro Santi, einst Teil des Teams von Raf Simons, verbindet Mode mit Performance, Kunst und Musik – zuletzt für die Europa-Tour von Bilderbuch. Zoli, Pouran Parvizi und amaaena verhandeln kulturelle Identität in zeitgenössischen Looks, das Label GATTO lebt Mode als Gesamtkonzept aus Musik, Styling und Community, und Jennifer Milleder verbindet Kunst und Tragbarkeit mit internationaler Strahlkraft. Die Fashion Show im Rahmen der Awards machte sichtbar, wie selbstbewusst, politisch und vernetzt Österreichs Kreativszene heute arbeitet.
Mehr über die Austrian Fashion Awards liest du hier.
Wir lieben DesignerInnen, die die Modewelt neu denken. Zum Beispiel auch Yannik Zamboni, mit dem wir kürzlich gesprochen haben.
Foto: © Thomas Lerch





